Intelligente Energieverteilung innerhalb unserer Nachbarschaft – damit kein Sonnenstrahl verschwendet wird.
Ein Virtual Power Plant (VPP) – auf Deutsch virtuelles Kraftwerk – vernetzt die Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher unserer Nachbarschaft zu einem intelligenten Verbund. Statt dass überschüssiger Sonnenstrom ungenutzt ins Netz fließt, wird er in Echtzeit an Nachbarn mit leerem Speicher weitergeleitet.
Das Ergebnis: Jeder in der Energiegemeinschaft kann seinen Speicher günstiger füllen – auch wenn die eigene PV-Anlage gerade nicht genug liefert.
An jedem Smartmeter wird ein Homewizard P1 Messgerät angeschlossen. Dieses liest die Kundenschnittstelle des Smartmeters aus und liefert sekundengenaue Verbrauchs- und Einspeisewerte.
Eine kleine Sendeeinheit verbindet sich per WLAN mit dem Stromleser und sendet die Messwerte verschlüsselt über ein eigenes Funknetzwerk (LoRa) an die zentrale Station in der Siedlung. Dieses Funknetz arbeitet auf 863 MHz – einer Frequenz mit enormer Reichweite, die problemlos Wände und Gebäude durchdringt. Wichtig: Keine Daten gehen ins Internet – die Übertragung erfolgt ausschließlich lokal über das LoRa-Netzwerk.
Alle LoRa-Signale laufen bei einer zentralen Station zusammen. Im 10-Sekunden-Takt wird erfasst, welches Haus gerade Strom verbraucht und welches Überschuss einspeist – ein permanentes Echtzeit-Bild unserer Nachbarschaft.
Hat ein Nachbar Überschuss und ein anderer muss seinen Speicher füllen, wird der Strom automatisch umgeleitet. Der Speicherbesitzer kann so für 10 ct/kWh seinen Speicher laden – deutlich günstiger als über den regulären Netzbezug und gespeichert für die Nacht, wenn die Sonne nicht scheint.
Speicher mit Nachbar-Überschuss für nur 10 ct/kWh füllen – statt teuren Netzstrom zu beziehen.
Überschüssiger Sonnenstrom bleibt in der Nachbarschaft und wird sinnvoll genutzt, anstatt billig ins Netz eingespeist zu werden.
Auch wenn die eigene PV-Anlage nicht genug liefert – mit dem VPP ist der Speicher für den Abend und die Nacht gerüstet.
Energie teilen unter Nachbarn – lokal, fair und ohne große Konzerne dazwischen.
Das VPP ist eine Win-Win-Situation für Einspeiser und Speicherbesitzer. Ein konkretes Beispiel zeigt, wie beide Seiten profitieren:
Hat 3 kWh Überschuss, die seine Anlage produziert
Braucht 3 kWh um seinen Speicher zu füllen
Damit die Sendeeinheit Deinen Verbrauch und Deine Einspeisung in Echtzeit erfassen kann, wird ein Stromleser benötigt. Es gibt zwei Varianten:
Ein kleines, günstiges Gerät, das einfach an die Kundenschnittstelle (P1-Port) Deines Smartmeters angesteckt wird. Kann über den Verein oder selbst erworben werden. Voraussetzung: Die Kundenschnittstelle muss bei der Netz Burgenland freigeschaltet sein und der Decryption Key muss vorliegen (siehe unten).
Wichtig zur Stromversorgung: Bei den bei uns verbauten Smartmetern liefert der P1-Port keinen Strom – der Homewizard muss per USB-C separat versorgt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Einen Hutschienen-Trafo (z. B. 5V USB-C Hutschienennetzteil) im Schaltschrank einbauen lassen (durch einen Elektriker) oder einfach ein flaches USB-C Kabel von einer nahegelegenen Steckdose in den Schaltschrank führen – das funktioniert oft problemlos und ist ohne Elektriker machbar.
Eine professionelle Alternative, die direkt im Schaltschrank verbaut wird. Vorteil: Keine Freischaltung der Kundenschnittstelle nötig, da der Shelly den Stromfluss direkt an den Leitungen misst. Nachteil: Die Installation muss durch einen Elektriker erfolgen und das Gerät ist teurer als der Homewizard P1.
Eine kleine, vorkonfigurierte Funkeinheit, die über den Verein bezogen wird. Sie verbindet sich per WLAN mit dem Stromleser (egal ob P1 oder Shelly) und sendet die Daten verschlüsselt über das lokale LoRa-Funknetzwerk an die zentrale Station. Du musst lediglich die WLAN-Verbindung einrichten – alles andere ist bereits vorkonfiguriert. Geringer Stromverbrauch, wird einfach per USB-C angeschlossen.
Nur wenn Du den Homewizard P1 verwendest: Die Kundenschnittstelle am Smartmeter muss aktiviert sein. Den Decryption Key erhältst Du von der Netz Burgenland über das Kundencenter. Bei Verwendung eines Shelly 3EM ist dieser Schritt nicht notwendig.
Eine Photovoltaikanlage ist die Grundvoraussetzung – sowohl zum Einspeisen von Überschuss als auch zum Eigenverbrauch.
Ein Speicher ist keine Voraussetzung für die Teilnahme – auch ohne Speicher profitierst Du, weil Dein Überschuss zu einem besseren Tarif an Nachbarn verkauft wird. Wenn Du einen Speicher hast und diesen über das VPP günstig laden lassen möchtest, muss er über einen Netzwerkanschluss (WLAN oder LAN) und eine dokumentierte API verfügen, über die die Sendeeinheit den Ladevorgang steuern kann.
Damit der Homewizard P1 Deinen Smartmeter auslesen kann, muss die Kundenschnittstelle (P1-Port) bei der Netz Burgenland freigeschaltet werden. Diese ist standardmäßig deaktiviert und muss aktiv beantragt werden.
Bei den meisten Haushalten in der Stadlgasse ist ein Landis+Gyr E450 Smartmeter verbaut. Falls Du unsicher bist, welches Modell bei Dir installiert ist, wirf einen kurzen Blick auf den Zähler im Schaltschrank – die Modellbezeichnung ist auf dem Gerät aufgedruckt.
Du möchtest am Testbetrieb teilnehmen, wissen ob Dein Speicher kompatibel ist, oder hast andere Fragen? Kontaktiere uns – wir helfen Dir gerne weiter!
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